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Nachruf auf Hans D. Barbier - einen aufrechten Liberalen


Mit Hans D. Barbier hat uns eine der großen Federn des deutschen Journalismus verlassen. Er war ein in der Wolle gefärbter Liberaler und er stand zu seinen Auffassungen. Er war 20 Jahre Mitglied des Vorstandes der ASM. Sein Rat hat unsere Arbeit befruchtet und befördert. Anlässlich der 50-Jahr-Feier der ASM im Jahre 2003 hat er sich und mich als „Brüder im ordnungspolitischen Geiste“ bezeichnet. Ich habe das als eine besondere Auszeichnung empfunden.

Treffsicher hat Barbier alle Verstöße gegen die die Marktwirtschaft aufgespießt. Sein Leitspruch war: „Was ökonomisch falsch ist, kann politisch nicht richtig sein.“ Oft hatte man selbst ebenfalls solche Verstöße beobachtet und dachte, dazu müsste man doch etwas schreiben. Da hatte es Barbier schon gemacht. Er hat aufgeklärt, gewarnt und auch zur Ordnung gerufen. Wer ihm dann vorwarf, für die soziale Seite blind zu sein, dem konnte er nachweisen, dass diejenigen, die durch schädliche Eingriffe in den Markt das Soziale wollten, das Gegenteil erreichten. Um ein bekanntes Wort abzuwandeln: Das Gegenteil von sozial ist sozial gemeint.

Die Europäische Währungsunion war für ihn von Beginn an ein Experiment mit Völkern, das schiefgehen musste. Er wusste, dass mit der Schaffung des Euro letztlich die Deutsche Bundesbank entmachtet werden sollte. Die Politiker wollten uns weismachen, dass nur über gemeinsames Geld der Frieden in Europa gesichert werden könne. Das Gegenteil ist eingetreten: Der Euro bringt die Völker gegen Europa auf. Und jetzt haben wir eine Notenbank, die über Gelddrucken die Eurozone zusammenhalten will. Für den Versuch unserer Politiker, über den nachgeschobenen Stabilitäts- und Wachstumspakt finanzpolitische Disziplin zu erzwingen, hatte er nur Spott übrig: Was kann man erwarten, wenn Sünder über Sünder urteilen. Alle seine Befürchtungen und Sorgen, die wir mit ihm teilten, sind eingetreten. Es geht den Politikern in der Europäischen Union nicht mehr um die Einhaltung der Europäischen Verträge, sondern um Antworten auf die Frage: Was müssen wir tun, um die Eurozone zusammenzuhalten? Und dann folgt Rechtsbruch auf Rechtsbruch. In Abwandlung eines Spruches, der auf ausgeteilten Redetexten steht - es gilt das gesprochene Wort -, sagte Barbier über die Rechtstreue unserer Politik: Es gilt das gebrochene Wort.

Wir ehren Hans D. Barbier dadurch, dass wir Europa und den Gemeinschaftsgeist bewahren, indem wir Europa gegen eine fehlkonstruierten Währungsunion schützen. Das Europa, das wir zusammen mit Hans D. Barbier lieben, ist ein Europa der Rechtstreue, der Freiheit, der Demokratie, des nachbarschaftlichen Friedens und der Freundschaft. In diesem Sinne werden wir alle, die ihm geistig nahe stehen, weiterarbeiten.


Professor Dr. Dr. h.c. Joachim Starbatty 
Vorsitzender des Vorstands von 1991-2014

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 






 

 


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