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Online-Artikel in „Business Ethics – A European Review“

ASM-Vorstandsmitglied Claus Dierksmeier und Peter Seele von der Universität Lugano arbeiten schon seit längerem zur wirtschaftsethischen Analyse der Digitalisierung zusammen. Ein erstes Ergebnis ihrer Untersuchungen konnten sie 2016 veröffentlichen. Es war weltweit der erste Artikel, der sich einer ausgiebigen ethischen Analyse von Crypto-Währungen widmete („Cryptocurrencies and Business Ethics“) und wurde im selben Jahr von Springer Nature / Social Sciences als einer von 17 Artikeln „that could change the world“ ausgezeichnet.

Nun legten Dierksmeier und Seele mit zwei weiteren Artikel nach. Ihr gemeinsam mit weiteren Ko-Autoren verfasster Text „Mapping the Ethicality of Algorithmic Pricing: A Review of Dynamic and Personalized Pricing“, erschien soeben online im Journal of Business Ethics. Hierbei handelt es sich erneut um den weltweit ersten Artikel, der eine umfassende ethische Analyse des Themas vornimmt – und das gleiche gilt für ihren ebenfalls in diesen Tagen bei „Business Ethics – A European Review“ online erschienen Artikel „Blockchain and Business Ethics“.

In beiden Arbeiten zeigen Dierksmeier und Seele, dass die neuen digitalen Technologien nicht nur leichthin zu katalogisierende, d.h. entweder moralisch klar positive oder eindeutig negative Wirkungen zeitigen. „Man muss sich auf die Details einlassen,“ so Dierksmeier, „auf die technischen ebenso wie auf die ethischen; sonst bleibt man im Ungefähren. Wir erkennen die Risiken und Chancen der Digitalisierung erst dann zutreffend, wenn wir sowohl seitens der Informatik als auch der Philosophie die Lupe in die Hand nehmen. Mit dem Weitwinkelobjektiv altbekannter moralischer Gemeinplätze ist niemand gedient, wenn es darum geht, das Neue der Digitalisierung zu erfassen.“ Bei etlichen ihrer aktuellen wie potentiellen zukünftigen Anwendungen sei nämlich deren ethische Bewertung von Grund auf strittig, da abhängig davon, welcher moralphilosophische Standpunkt (Deontologie, Tugendethik, Konsequentialismus, Kontraktualismus, etc.) jeweils eigenommen werde. Dem müsse die politische Regulierung des digitalen Wandels Rechnung tragen, so die Autoren. Darum, folgert Prof. Dierksmeier, „brauchen wir eine gesellschaftliche Debatte darüber, welche Digitalisierung wir wollen. Die moralische Evaluation der neuen Technologien hängt von unseren Werten und deren Priorisierung ab – und muss deshalb in offenen Gesellschaften pluralistisch diskutiert und ausgehandelt werden. Wir brauchen einen demokratischen, keinen technokratischen Digitalisierungsdiskurs.“



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

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